Leichte Sprache: Themen – ZIF

Leichte Sprache: Themen

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Gewalt gegen Frauen

Viele Männer benutzen Gewalt: Damit sie über Frauen bestimmen können.
Diese Männer tun den Frauen weh:
Nur weil sie Frauen sind.
In schwerer Sprache heißt das:
Geschlechts-spezifische Gewalt gegen Frauen.
Gewalt gegen Frauen kann ganz verschieden sein.
Deshalb wird in diesem Text erklärt:
Welche Sachen zur Gewalt gegen Frauen dazu-gehören.

Körperliche Gewalt

Das bedeutet zum Beispiel:
  • Ein Mann schlägt eine Frau.
  • Er fesselt die Frau.
  • Er gibt der Frau nichts zu essen.
  • Oder er tötet die Frau.

Seelische Gewalt

Das bedeutet zum Beispiel:
Ein Mann sagt schlimme Sachen zu einer Frau.
Zum Beispiel:
  • Kein Mensch mag dich.
  • Ich nehme dir die Kinder weg.
  • Du musst alles machen:
    Was ich dir sage.
    Sonst schlage ich dich.
Zu seelischer Gewalt gehören aber noch viele andere Sachen.
Zum Beispiel: Stalking.

Sexualisierte Gewalt

Das wird so aus-gesprochen:
Seks u a li sier te Gewalt.
Dazu gehören verschiedene Sachen.
Zum Beispiel:
  • Ein Mann fasst eine Frau an den Brüsten an:
    Obwohl die Frau das nicht will.
  • Oder ein Mann vergewaltigt eine Frau.

Wirtschaftliche Gewalt

Das bedeutet zum Beispiel:
  • Ein Mann bestimmt über das Geld von der Frau.
  • Er nimmt ihr das Geld weg.
  • Er verbietet der Frau zu arbeiten.
  • Oder er prüft genau:
    Wie viel Geld die Frau ausgibt.
    Und wofür sie das Geld ausgibt.

Soziale Gewalt

Das können ganz verschiedene Sachen sein.
Zum Beispiel:
  • Ein Mann bestimmt darüber:
    Mit welchen Menschen eine Frau sich treffen darf.
  • Ein Mann bestimmt wichtige Sachen für die Frau.
    Die Frau darf nicht selber bestimmen.
  • Oder ein Mann sagt zu vielen anderen Menschen:
    Die Frau erzählt viele Lügen.
    Deshalb sollt ihr nicht mehr mit der Frau reden.

Gewalt gegen Mädchen & Jungen

In diesem Text geht es um Kinder und Jugendliche.


Wir schreiben aber nur das Wort: Kinder.
Das machen wir so:

  • Damit der Text nicht so lang ist.
  • Und damit Sie den Text besser lesen können.

Wir meinen aber immer auch Jugendliche.

Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Viele Frauen gehen in ein Frauen-Haus:
Weil sie Gewalt erlebt haben.
Oft bringen diese Frauen auch ihre Kinder mit:
Weil auch die Kinder Gewalt erlebt haben.

Und die Kinder haben vielleicht
für lange Zeit immer wieder gesehen:
Wie ihre Mütter Gewalt erlebt haben.
Zum Beispiel:
Der Vater hat die Mutter immer wieder geschlagen.
Und die Kinder haben das gesehen.

Wenn Kinder Gewalt sehen:
Dann ist das sehr schlimm für sie.
Sie lernen dann zum Beispiel:
  • Es kann immer etwas Schlimmes passieren.
    Und ich kann nichts dagegen machen.
  • Ich muss immer aufpassen.
  • Kein Mensch hilft mir.

Im Frauen-Haus

Wenn die Kinder mit ihrer Mutter im Frauen-Haus ankommen:
Dann ist auf einmal alles anders für sie.
Zum Beispiel:
  • Sie sind an einem ganz neuen Ort.
    Dort kennen sie keinen anderen Menschen.
  • Sie können ihre Freundinnen und Freunde nicht besuchen.
  • Der Vater ist auf einmal nicht mehr bei ihnen.
  • Und die Verwandten sind nicht mehr da.

Für viele Kinder ist das alles sehr schwierig.
Deshalb sind sie vielleicht für einige Zeit traurig.
Oder sie haben Angst.

Aber später fühlen sich viele Kinder besser:
Wenn sie für einige Zeit im Frauen-Haus wohnen.
Zum Beispiel:

  • Weil sie keine Gewalt mehr von ihrem Vater erleben.
  • Weil sie keine Angst mehr haben müssen.
  • Weil sie im Frauen-Haus
    auch andere Kinder kennen lernen.
  • Und weil sie dort Hilfe von Sozial-Pädagoginnen bekommen.

Was Kinder brauchen

Die Kinder brauchen verschiedene Sachen:
Damit sie sich wieder besser fühlen können.
Zum Beispiel:
  • Sie brauchen Hilfe von guten Sozial-Pädagoginnen.
  • Und der Vater von den Kindern muss verstehen:
    Dass er der Frau und den Kindern weh getan hat.
    Und dass er das nicht mehr machen darf.

Istanbul-Konvention

Das Wort wird so aus-gesprochen: Is tan bul - kon wen zion.
Das ist eine wichtige Konvention.
Der Europa-Rat hat sie geschrieben.

In der Istanbul-Konvention steht zum Beispiel:
  • Dass es in Europa keine Gewalt mehr gegen Frauen geben darf.
  • Dass Frauen in Europa Hilfe bekommen müssen:
    Wenn sie Gewalt erlebt haben.
  • Und dass jeder Mann eine Strafe bekommen muss: Wenn er einer Frau Gewalt antut.

Viele Länder machen bei der Istanbul-Konvention mit.
Das bedeutet:
Diese Länder müssen sich
an die Regeln von der Istanbul-Konvention halten.
Auch Deutschland muss sich seit dem Jahr 2018 daran halten.

Es müssen aber noch viele Sachen gemacht werden:
  • Damit es keine Gewalt mehr gegen Frauen gibt.
  • Und damit auch alle Frauen aus anderen Ländern Hilfe bekommen können.
Das ist auch in Deutschland noch so.

Mehr Infos

Das BODYS hat einen Text
über die Istanbul-Konvention heraus-gegeben.
Der Text erklärt in Leichter Sprache:
Was in der Istanbul-Konvention auf-geschrieben ist.

Hier können Sie den Text lesen:
Istanbul-Konvention in Leichter Sprache

Geld für Frauen-Häuser

Seit dem Jahr 1976 gibt es Frauen-Häuser in Deutschland.
Das sind besondere Orte für Frauen und ihre Kinder.
Dort können sie Schutz bekommen,
wenn sie Gewalt erleben.
Zum Beispiel: Gewalt in der Familie.

Alle Frauen-Häuser brauchen Geld.
Zum Beispiel:
  • Damit sie die Mitarbeiterinnen bezahlen können.
  • Damit sie die Miete für die Häuser bezahlen können.
  • Und damit sie Möbel kaufen können.

Für alle diese Sachen bekommen die Frauen-Häuser
kein Geld von der Bundes-Regierung.
Das Geld für die Frauen-Häuser müssen:
  • Die Gemeinden,
  • die Land-Kreise
  • und Bundes-Länder bezahlen.
Dafür gibt es aber keine Regeln.
Das bedeutet zum Beispiel,
es ist nirgendwo auf-geschrieben:
  • Oder wie lange sie Geld für die Frauen-Häuser bezahlen müssen.

Nur im Bundes-Land Schleswig-Holstein ist das anders.
Da gibt es ein Gesetz dafür:
Dass Frauen-Häuser Geld bekommen müssen.
Und wie viel Geld sie bekommen.
Das ist wichtig!

Alle Frauen-Häuser in Deutschland
müssen genug Geld bekommen.
Damit Frauen und Kinder geschützt werden.
Wenn sie Gewalt erleben.

Deshalb muss es ein Gesetz dafür geben.
In dem Gesetz muss genau auf-geschrieben werden:
  • Wie viel Geld alle Frauen-Häuser bekommen müssen.
  • Und wofür sie das Geld nehmen dürfen.
Das Gesetz muss für alle Bundes-Länder
in Deutschland gleich sein.

Das Sorge-Recht und das Umgangs-Recht

Wenn Eltern sich trennen,
dann ist das für die Kinder immer sehr schlimm.
Wenn die Eltern sich trennen,
weil in der Familie Gewalt passiert ist:
Dann ist das für die Kinder besonders schlimm.
Denn oft passiert Gewalt in der Trennungs-Zeit noch öfter.
Und die Gewalt wird noch schlimmer.

Zum Beispiel:
Ein Mann schlägt seine Frau immer wieder.
Er schlägt seine Frau jeden Tag.
Und er droht seinen Kindern.
Er sagt ihnen zum Beispiel:
Ihr dürft keinem Menschen sagen,
was zu Hause passiert.
  • Sonst schlage ich euch auch.
  • Oder ich sperre euch ein.

Gewalt in der Trennungs-Zeit

Im Jahr 2009 wurden im Familien-Gesetz
einige Regeln neu gemacht.
Zum Beispiel muss das Gericht jetzt sehr schnell:
  • Über das Sorge-Recht
  • und das Umgangs-Recht entscheiden.

Das ist für die Frau und die Kinder dann oft besonders schlimm.
Denn in der Trennungs-Zeit sind gewalt-tätige Väter
manchmal besonders gefährlich.
Sie sind vielleicht sehr zornig darüber:
  • Dass die Frau sich von ihnen getrennt hat.
  • Und dass sie die Kinder mit-genommen hat.

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen haben fest-gestellt:
In der Trennungs-Zeit von Familien passiert besonders oft Gewalt.
Frauen und Kinder werden sogar manchmal
von den gewalt-tätigen Männern getötet.
Auch das passiert am meisten in der Trennungs-Zeit von den Familien.

Jeder Mensch hat das Recht:
Auf körperliche Gesundheit und seelische Gesundheit.

Das steht im Grund-Gesetz von Deutschland.
Deshalb ist es wichtig:
Dass gute Regeln für das Sorge-Recht
und das Umgangs-Recht gemacht werden.
Bei den Regeln muss aber besonders darauf ge-achtet werden:
  • Auf den Schutz
  • und die Sicherheit von Müttern und ihren Kindern.

Zum Beispiel:
Ein Mann hat seine Frau und seine Kinder geschlagen.
Dann darf der Mann seine Kinder vielleicht nur treffen:
Wenn eine Mitarbeiterin vom Jugend-Amt dabei ist.